Irgendwann Ende des Jahres, kommt mal wieder die Zeit, in der die Menschen anfangen Tannengirlanden an Fenster- und Türrahmen fest zu tackern, irgendwelche Glühbirnen da reinhängen, wo der Plätzchenkonsum unaufhörlich steigt, und wo einem „Last Christmas“ von WHAM schon die Allergiepusteln ins Gesicht zaubert.
Spätestens dann kommen auch die alljährlichen Weihnachtsfeiern, auf denen der Schoko-Weihnachtsmann urplötzlich ganz viele Zwillingsbrüder bekommt, und wenn man einem den Kopf abgebissen hat, da wachsen, ähnlich wie bei einer Hydra drei neue Schoko-Weihnachtsmänner aus der Verpackung.
Auf einer dieser Weihnachtsfeiern versprengte es mich gestern, nachdem die Rentiere meines Forumskollegen Feivel sein Schlitten in Richtung Köln zogen, und dann, „unglücklicherweise“ in Köln-Rodenkirchen vor dem Samya schlapp machten, und um eine Pause bettelten.
Also entschlossen wir uns, dann mal nach dem rechten zu sehen.

Nachdem uns der Eintritt gewährt wurde, und der erste Milchkaffee durch meine Kehle floß, tauchte mein erster „Weihnachtsengel“ im Barraum auf. Nastja strahlte mal wieder mit dem Weihnachtsstern von Bethlehem um die Wette, als Sie zu mir kam und mich direkt mit den Worten empfing:“So, so! Ich bin dir also zu rund um die Hüften?“
Da hatte Forumskollege Carbonara wieder ganze Arbeit geleistet, nachdem ich über Nastja geschrieben habe, dass sie etwas „eckig“ um die Hüften ist.
Daraus entstand dann ein witziges Wortgefecht, was mit Ihrer „Drohung“ endete:“Ich mach Dich jetzt platt!“
Kurze Zeit später erschien Sie wieder an meinem Tisch und wedelte mir mit dem Schlüssel entgegen. Konnte ich, oder besser gesagt, wollte ich da noch Nein sagen?
Ich folgte Ihr also.

Nach dem mich der Sicherheitsdienst nach Müller-Manier (wie ein Sack Mehl über der Schulter hängend) in den ersten Stock befördert hatte, begann mein ganz persönliches Weihnachtsfest. Da Nastja und ich zum wiederholten Mal die „Klingen kreuzten“, war eine Wunschliste nicht notwendig. Nastja weiß mittlerweile sehr genau, was ich mag und was ich brauche, und sie gibt mir den GF6 in fast perfekter Form. Und das Lächeln in ihren Augen, lässt mich zumindest ein wenig Träumen, das sie es gerne tut.
Die gebuchte Stunde mit Ihr verging im Flug und im Rausch der Sinne, erschien es, als verging die Zeit doppelt schnell.
Nach einiger Zeit fanden wir uns dann im Barraum wieder, aber auch hier riss Nastjas Service nicht ab. Sie versorgte mich weiterhin mit Kaffee und war auch sonst immer für einen Schabernack zu haben.

Mittlerweile war auch Forumskollege Feivel wieder aufgetaucht. Während dem Essen hatten wir etwas Zeit zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch.

Nach dem Essen hielt ich langsam Ausschau nach einem 2. Engel. Da aber keine weitere Stammdame von mir anwesend war, war es klar, das ich „Klinken putzen musste“.

An der Bar saß Honey, eine wirklich sehr attraktive Blondine, die immer etwas kühl und straight wirkt. Sonst rennt Honey immer rein raus, rein raus. Gestern war wirklich das erste Mal, wo ich es erlebte, dass sie längere Zeit recht entspannt und nicht dauer gebucht an der Bar saß. Sie lächelte, als sie meinen Blick bemerkte, und ich fiel fast aus meinem Rolli vor Schreck. War ihr Lächeln reine Höflichkeit oder sollte dort vielleicht doch etwas gehen? Als Nastja wieder vorbeikam, bat ich sie um einen Milchkaffee. Nastja servierte ihn mir und setzte sich neben Honey an die Bar, und beide unterhielten sich recht intensiv. Ich legte dem keine Bedeutung zu und schnorchelte weiter gedankenverloren an meinem Kaffee.

Nach einiger Zeit nahm ich das leere Glas und wollte es zurück an die Theke bringen, als Honey meinen Weg kreuzte und mir das Glas wie selbstverständlich abnahm. Jetzt dachte ich mir „OK! Entweder es klappt oder Sie gibt mir `nen Arschtritt, das ich einen Freiflug in den Orbit habe!“
Ich legte meine Hand auf Ihren Arm, und fragte Sie:“Könntest Du dir evtl. vorstellen mit mir aufs Zimmer zu gehen?“
Ein lachendes „kann ich mir sehr gut vorstellen“ kam zur Antwort. Mein Gesichtsausdruck muß wohl nicht der intelligenteste gewesen sein, denn Kollege Feivel fiel vor Lachen bald vom Stuhl.
Honey holte einen Schlüssel und alsbald war ich wieder oben in einem Zimmer, und hier wurde mir sehr schnell klar, das ich dieser Frau in meiner bisherigen Einschätzung sehr Unrecht getan habe, denn Honey entpuppte sich als äußerst warmherzige, intelligente junge Dame, mit der es ein Hochgenuß war, zusammen zu sein. Sie war überaus zärtlich und hatte überhaupt keine Angst oder Vorurteile.
Zwischendurch unterhielten wir uns ziemlich angeregt über unsere Lieblingsbücher, ect. Bei ihr ist mir auch klar geworden, das meine sonst so sichere Menschenkenntnis in letzter Zeit arg gelitten haben muss…
Auch bei meinem zweiten Rauschgoldengel verging die Zeit wie im Flug. Es freute mich ungemein wie Honey mir hinterher sagte:“Du kannst mich immer für alles fragen! Auch für Hilfe beim Essen oder sonst etwas!“ Das zeigt mir, das ich vielleicht nicht allzu viel falsch gemacht habe.
Auch Honey kümmerte sich in der Folgezeit rührend um mich. Auch gestand sie mir, dass das Gespräch mit Nastja an der Bar über mich ging. Der „Flurfunk“ der Damen hatte also zu meinen Gunsten wieder funktioniert.

Mittlerweile waren mit Feinschmecker, nickme, cgnmagic und Erasmus weitere Forumskollegen eingetroffen. Während diese mit Messer und Gabel ihre „unbekannten Flugobjekte“ bearbeiteten, entspann sich noch mal ein sehr Interessanter Dialog.

Gegen 22 h hatten sich die Rentiere meines Schlittenführers Feivel wieder etwas erholt und wir traten die Rückreise in die dunkle Nacht an.
Diese Weihnachtsfeier wird mir Dank der netten Gesellschaft, aber hauptsächlich wegen meiner beiden Rauschgoldengel Nastja und Honey noch lange im Gedächtnis und in der Seele bleiben.

So long
Rolliman